Leben nach Transplantation

Die Kurve gekriegt

27. August 2020
Was will ich wirklich im Leben?

Warum ich in meinem Leben zweimal aus der Bahn geworfen werden musste, um es zu verstehen

Was will ich wirklich im Leben? Was ist „mein schönes Leben“ heute?

Zu diesen Fragen hat Sandra Liane Braun mit ihrer Blogparade „Leben“ aufgerufen.  Sie möchte mit dieser Aktion Lebens-Wege aufzeigen, Wege durch Krisen, Orientierungslosigkeit.

Sandras Aufruf und ihre Fragen zu dem Thema haben mich zum Nachdenken gebracht. Ich möchte gerne mit diesem Artikel Mut machen, und zeigen, dass man Krisen überstehen und in einem Leben ankommen kann, in dem es sich lohnt zu leben.

Welchen Weg bin ich gegangen und welche Wendepunkte gab es in meinem Leben?

Eine ernsthafte Krankheit bedeutet immer einen Wendepunkt. Krank zu werden, das passiert leider vielen Menschen, und die meisten leben danach sehr viel bewusster und intensiver. Sie wissen nach einer Erkrankung das, was sie am Leben haben, viel besser zu schätzen.

Mir ist ähnliches leider gleich zweimal passiert. Ich bin wohl ein hartnäckiger Fall.

Mit verzweifelter Kraft klammerte ich mich sehr lange an mein altes, hektisches Leben, das meinem Körper nicht gut tat. Das Schicksal musste zweimal zuschlagen, damit ich endlich verstand, was ich wirklich im Leben möchte.

Aber fangen wir am Anfang an. Was war mein Traum vom Leben, als ich Kind war?

Als ich zehn Jahre alt war, wollte ich mit Tieren leben. Mit Pferden und Hunden.

Pferd Hund

Am liebsten wollte ich Hundetherapeutin werden. Oder Tierärztin.

Aber ich wollte auch Bücher schreiben. Weil ich das in meiner Freizeit am liebsten tat. Schreiben, schreiben, schreiben.

Ich habe nach dem Abitur Biologie studiert, weil es ja irgendwie mit Tieren und Leben zu tun hatte. Während des Studiums stellte ich fest, wie sehr mich die Naturwissenschaft faszinierte. Das Wissen um die Vorgänge in jeder Zelle, in jedem Lebewesen. Meine Diplom- und Doktorarbeiten waren Riesen-Herausforderungen für mich, die ich letztendlich sehr gut meisterte – aber: Für die Forschung fand ich mich nicht gut genug. Ich wollte mit Menschen zu tun haben, über Wissenschaft sprechen, sie anwenden und sie hinaus in die Welt tragen.

Wissenschaft

So trat ich meinen Traumjob in der Industrie an, im medizinisch-wissenschaftlichen Bereich. Von da an hatte nicht mehr mit Biologie, sondern mit Schmerztherapie zu tun – Neuland, das mich sehr reizte.

Mein Berufsleben war mehr als spannend. Ich war in einem internationalen Team tätig, in dem jeder von uns für eine bestimmte Region in der Welt zuständig war und dort regelmäßig hinreiste, um klinische Studien zu betreuen oder Vorträge zu halten. Meine Region war Österreich, die Schweiz und Asien. Eine wilde Kombination, ja, aber ich habe es geliebt, Länder wie China und Thailand, und kurz danach auch die Alpenländer zu bereisen. Niemals sonst, ohne meinen Job, hätte ich dies alles so gut kennengelernt.

China

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