Vorbereitung Transplantation

Was passiert eigentlich genau bei einer Stammzelltransplantation?

6. August 2020
Stammzellen im Blut

Der an Leukämie erkrankte Politiker Guido Westerwelle schrieb in seinem Buch „Zwischen zwei Leben – Von Liebe, Tod und Zuversicht“ folgendes über seine Stammzelltransplantation:

„Um eine Chance zu haben, den Krebs in mir zu besiegen, werde ich an den Rand des Abgrunds gebracht. … Eine merkwürdige Logik.“

Wenn man die Diagnose Blutkrebs erhält, steht man als Patient oft vor zwei Gefahren: Vor der gefährlichen Erkrankung und vor der Therapie. Das Wort „Stammzelltransplantation“ oder „Knochenmarktransplantation“ wird oft schon als bedrohlich empfunden.  Doch was genau heißt das eigentlich für den Patienten?

In diesem Artikel möchte ich den Ablauf der Stammzelltransplantation genau erklären, damit diese Therapie mit der Übertragung gesunder Stammzellen von einem Menschen auf den anderen ihren Schrecken verliert. Nicht nur für Patienten mit Blutkrebs, auch für Spender ist diese Therapie, für die sie ja die lebenswichtigen Zellen spenden, oft ein Buch mit sieben Siegeln.

Stammzelltransplantation – wie geht das?

Die Stammzelltransplantation (SZT) oder oft auch Knochenmarktransplantation genannt, ist die Behandlungsmethode der Wahl für Patienten mit Leukämie oder anderen Blutkrebserkrankungen. Hierbei werden gesunde Stamm- Zellen übertragen, aus denen sich alle anderen Zellen der Blutbildung und des Immunsystems beim Patienten wieder lebenslang entwickeln können.

Woher kommen die Stammzellen? /Wo kommen sie vor?

Blutstammzellen sind die „Mutterzellen“ aller Blutzellen. Aus ihnen entwickeln sich im Knochenmark die roten und weißen Blutkörperchen (Erythrozyten, Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Die notwendigen Stammzellen finden sich beim Menschen sowohl im fließenden Blut, als auch im Knochenmark.

Als Knochenmark bezeichnet man das im Zentrum der großen Knochen befindliche, spezialisierte Binde- und Stammzellgewebe, das u.a. der Bildung von Blutzellen dient.

Interessant finde ich, dass das Knochenmark ist wie normales fließendes Blut flüssig ist und diesem auch in seinen Bestandteilen ähnelt. Es hat lediglich einen höheren Anteil an weißen Blutzellen (Leukozyten‎) und deren Vorläuferzellen, zu denen auch die wertvollen Stammzellen gehören. Man findet dieses blutbildende Knochenmark bei Erwachsenen am besten in den Enden von Oberarm- und Oberschenkelknochen.

Nun kommen wir zu der Erklärung, warum es den Begriff Stammzelltransplantation oder Knochenmarktransplantation gibt.

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